{"id":41,"date":"2006-11-03T14:33:34","date_gmt":"2006-11-03T12:33:34","guid":{"rendered":"http:\/\/comm-motions.com\/prblog\/?p=41"},"modified":"2018-06-15T12:15:15","modified_gmt":"2018-06-15T12:15:15","slug":"business-telefonate-aus-dem-ausland-und-der-wettbewerb-hort-mit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/comm-motions.com\/prblog\/business-telefonate-aus-dem-ausland-und-der-wettbewerb-hort-mit\/","title":{"rendered":"Business Telefonate aus dem Ausland &#8211; und der Wettbewerb h\u00f6rt mit"},"content":{"rendered":"<p><em>von Miriam Leunissen-Weikl und Christine Gruber; in: Getr\u00e4nkeindustrie 11\/2006<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Ein Mitarbeiter projektiert im Ausland und gibt die Ergebnisse oder den Projektstatus telefonisch an den Projektleiter in Deutschland weiter. Seien es Fehlentwicklungen, Projektdaten oder Angebotsspannen: H\u00e4ufig handelt es sich dabei um Daten, die dem Wettbewerber oder dem Kunden, nicht bekannt werden sollten. <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die aktuellen Telefon-Abh\u00f6rskandale in Italien haben jedoch erneut gezeigt: Telekommunikationstechnik hat viele Sicherheitsschwachstellen, die Einzelnen oder auch Unternehmen zum Verh\u00e4ngnis werden k\u00f6nnen. So wurden in Italien Prominente und Privatpersonen von hochrangigen Mitarbeitern aus Telekommunikationsunternehmen erpresst. Und auch Unternehmen sollen dabei Opfer von Wirtschaftsspionage geworden sein. Mitarbeiter gro\u00dfer Telefonanlagenbauer best\u00e4tigen zudem freim\u00fctig, dass in viele L\u00e4nder keine Telefonanlagen verkauft werden k\u00f6nnen, ohne dass die m\u00e4chtigen Abh\u00f6r- und Speichervorrichtungen gleich mitgeliefert werden. In einigen L\u00e4ndern, darunter nicht nur \u201eSchurkenstaaten\u201c, sondern auch Gro\u00dfbritannien und die USA, sind auch die Geheimdienste ausdr\u00fccklich angewiesen, einheimische Unternehmen \u201ezu unterst\u00fctzen\u201c, wie immer man dies auslegen mag.<\/p>\n<p>Daher warnen unter anderem die Handelskammern und Industrieverb\u00e4nde zunehmend vor vertraulichen Telefonaten mit dem Mobiltelefon oder dem Telefonapparat im Hotel. Einige raten zu Voice-over-IP. Ist dies die L\u00f6sung? Das Bundesamt f\u00fcr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) verneint. \u201eVoice-over-IP alleine vereint sogar die Gefahren der \u201enormalen Telefonie\u201c mit der des Internets. Sicher ist Kommunikation immer nur dann, wenn sie \u201eEnde-zu-Ende\u201c verschl\u00fcsselt ist\u201c, verweist Matthias G\u00e4rtner, Sprecher des BSI auf dessen aktuelle Voice-over-IP-Studie.<\/p>\n<p>Einen verschl\u00fcsselten \u201eTunnel zu bauen\u201c durch Virtual Private Networks (VPN) sei die einzige L\u00f6sung. VoIP-Gateways beispielsweise erm\u00f6glichen kosteng\u00fcnstige Anbindung der Teleworker \u00fcber VPNs (Virtuelle Private Netzwerke) an das Unternehmensnetz und stellen damit gleichzeitig die inh\u00e4renten Sicherheitsfeatures zur Verf\u00fcgung. Eine \u00fcbergreifende Sicherheitsstrategie bietet auch das OSI-Layer-Modell, bei dem die Sicherheitsarchitektur in unterschiedliche Anwendungsschichten gegliedert wird: Einzelne Systembereiche werden in spezifische Schutzma\u00dfnahmen eingeteilt und von den anderen Schichten getrennt. Dabei seien jedoch die Verf\u00fcgbarkeit entsprechender Technologien und passende Zug\u00e4nge zum Internet im Ausland meist ein Problem, so G\u00e4rtner.<\/p>\n<p>Aus diesem Grund greifen immer mehr Unternehmen auf die an sich einfachste, wenn auch nicht billigste L\u00f6sung zur\u00fcck: Das eigene Handy. So w\u00e4chst der Markt f\u00fcr Handyverschl\u00fcsselung j\u00e4hrlich. Die Software \u201ezum Selbstaufspielen\u201c gilt dabei bei Experten als eher l\u00fcckenhafte Amateurl\u00f6sung. Und \u201edass man auf Verschl\u00fcsselung, die vom GSM-Standard angeboten wird oder auf die Zuverl\u00e4ssigkeit der Telefongesellschaften, auf keinen Fall setzen sollte, zeigt der aktuelle Fall bei uns in Italien ja am Besten\u201c, betont Ferdinando Peroglio, Vertriebsdirektor des Turiner Unternehmens Caspertech.<\/p>\n<p>\u00dcber ein so genanntes Krypto-Modul baut dagegen ein Krypto-Handy eine Datenverbindung zur Gegenstelle auf. Dabei wird bei der dynamischen Verschl\u00fcsselung bei jedem Anruf \u00fcber ein Zufallsverfahren ein neuer Code f\u00fcr die Sprachverschl\u00fcsselung erzeugt. Die entsprechende Gegenstelle muss ebenfalls \u00fcber einen Krypto-Chip verf\u00fcgen. Wird eine Verbindung aufgebaut, erfolgt innerhalb von weinigen Sekunden der Schl\u00fcsselaustausch. Nach dem Gespr\u00e4ch wird der Schl\u00fcssel wieder gel\u00f6scht.<\/p>\n<p>Caspertech vertreibt, ebenso wie Rohde &amp; Schwarz und Cryptophone, weltweit verschl\u00fcsselte Moblitelefone und PDAs. Wobei Rohde &amp; Schwarz ausschlie\u00dflich auf die alten Siemens-Modelle setzt, die Ausgr\u00fcndung der Universit\u00e4t Turin und der deutsche Mitbewerber mit Wurzeln im Chaos Computer Club, dagegen auch andere Modelle im Portfolio haben.<\/p>\n<p>\u201eDas Problem mit dem Bewusstsein f\u00fcr Verschl\u00fcsselung und Datensicherung ist, dass es \u00e4hnlich ist, wie mit dem Sicherheitsgurt,\u201c betonen sowohl Peroglio als auch BSI-Sprecher G\u00e4rtner: \u201eOb sich der Einsatz gelohnt hat, erfahren sie oft nie. Dass er lebenswichtig gewesen w\u00e4re, erfahren sie erst, wenn es zu sp\u00e4t ist. Hier muss unbedingt mehr Bewusstsein in den Unternehmen und bei den Mitarbeitern geschaffen werden.\u201c<\/p>\n<p>Etwas Druck macht hier derzeit der Kapitalmarkt: So zeigt die Statistik vom M\u00e4rz 2006 des Statistischen Bundesamts f\u00fcr den Einsatz von ITK im Unternehmen, dass im Durchschnitt nur 27 Prozent der Unternehmen Verschl\u00fcsselungstechnologien einsetzen. Im Finanzsektor dagegen sind es 47 Prozent. Warum? \u201eIm Finanzsektor herrscht st\u00e4rkerer aufsichtsrechtlicher Druck\u201c, so das BSI. Anderen Branchen dagegen, wie dem patentintensiven Maschinen- und Anlagenbau etc. wird erst ganz langsam bewusst, dass IT- und Telekommunikationssicherheit im Rahmen der Risiko-Vorsorge auch ein monet\u00e4r relevanter Aspekt, z.B. f\u00fcr das Basel II Ranking, ist.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<\/p>\n<p><em><strong>Anbieter End-to-End Verschl\u00fcsselung f\u00fcr Mobiltelefone<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Caspertech: http:\/\/ww.caspertech.com<\/p>\n<p>GSMK Cryptophone: http:\/\/www.cryptophone.com<\/p>\n<p>Rohde&amp;Schwarz: http:\/\/www.rohde-schwarz.com<\/p>\n<p>Weitere Informationen zu Technologien, Standards und Produkten:: http:\/\/www.bsi.de\/fachthem\/sinet\/index.htm<\/p>\n<p><!--bf40708f87aff956ec469480a81ab531--><\/p>\n<p><!--d6f80f6f65a421d31e2bdbf091ebf8e8--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Miriam Leunissen-Weikl und Christine Gruber; in: Getr\u00e4nkeindustrie 11\/2006 Ein Mitarbeiter projektiert im Ausland und gibt die Ergebnisse oder den Projektstatus telefonisch an den Projektleiter in Deutschland weiter. 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