Krisenkommunikation


“Leere Teller, volle Tanks”… war gestern die Überschrift eines Artikels in der Süddeutschen Zeitung zum Thema Nachwachsende Rohstoffe/Bioethanol (leider nicht online verfügbar). Vergleichbares vor einigen Tagen in der “Welt”. Ähnlich auch die Bild-Zeitung. Vor einiger Zeit bereits habe ich einem Bekannten, der das Thema C4 international bearbeitet, eine kurze Frühwarnmail geschickt, dass hier in Deutschland derzeit eine sehr negative Berichterstattung dazu hochkocht. Managementtechnisch gesprochen “eine Kommunikationskrise droht”. Seitdem beobachte ich das Thema wieder stärker:

von Miriam Leunissen-Weikl und Christine Gruber; in: Getränkeindustrie 11/2006

Ein Mitarbeiter projektiert im Ausland und gibt die Ergebnisse oder den Projektstatus telefonisch an den Projektleiter in Deutschland weiter. Seien es Fehlentwicklungen, Projektdaten oder Angebotsspannen: Häufig handelt es sich dabei um Daten, die dem Wettbewerber oder dem Kunden, nicht bekannt werden sollten.

Digest heisst bekanntlich “Extrakt” und ehrlich, die meisten sogenannten “Reader” sind auch nichts anderes als ein Geld-aus-der-Tasche-zieh-Extrakt.

So langsam bekomme ich einen Hass. Ich habe hier über die letzten Jahre einiges an Literatur zur Krisenkommunikation aufgehäuft. Aber insbesondere die Reader mit berühmt-berüchtigtem Autorengemisch (Bsp. Krisen-PR von Hartwin Möhrle) sind wie immer echte Highlights der Autoren-Selbstvermarktung: viel blabla, kaum Konkretes, damit niemand ein verwendbares Puzzlestückchen des eigenen Know-Hows erhält.

Jetzt musste ich bei der Lektüre des aktuellen “journalist” über die BND-Affäre doch herzlich lachen.

Gerade vor vier Tagen habe ich mit einem Kollegen aus der Branche über die aggressiven, präventiven Bild- und sonstige Materialien-Archivierungen der großen Newsmedien gesprochen. Was er mir erzählt hat, hat mit Persönlichkeits-Rechte-wahren rein gar nichts zu tun. Da wird geknipst und archiviert, alles was mal bekannt werden könnte oder mit Promis zu tun hat. Lt. Journalist planen nun Stefan Aust und Wolfgang Krach (Spiegel und Ex-Stern, jetzt Süddeutsche) eine Klage wg. “Eingriff in die Persönlichkeitsrechte”, wg. gespeichtertem Material (darunter Bilder “Aust auf dem Reiterhof”) beim BND.

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